1. – 13. Schuljahr

Medien

Boris Nikitin, Carena Schlewitt, Tobias Brenk (Hrsg.)
Dokument, Fälschung, Wirklichkeit
Materialband zum zeitgenössischen Dokumentarischen Theater. Recherchen 110, Berlin: Theater der Zeit 2014
Der Materialband fasst die Dokumentartheatertage Basel 2013 („Its the real thing mit Künstlerinnen und Künstlern wie Milo Rau, She She Pop, Rabih Mroué, Jérôme Bel, Gob Squad u.a.) mit Beiträgen aus Kunst und Wissenschaft zusammen und ergänzt diese. Thematischer Schwerpunkt ist die im Buch so bezeichnete „neue Welle dokumentarisch operierender Theaterformen ab Mitte der 1990er-Jahre, als deren Hintergrund die Herausgeber die „Krise der Repräsentation seit 1989 sehen und die Suche nach einer künstlerischen Antwort auf selbige. In den Beiträgen werden grundsätzliche Fragen wie „Was ist Wirklichkeit, „Wahrheit und Fake und „Arbeit an einer Öffentlichkeit reflektiert. Zudem werden Selbst-Auskünfte von Künstlern über ihre Arbeit („Praxis des Dokumentarischen, z.B. in einem Beitrag von Hans-Werner Kroesinger oder einem Interview mit Rabih Mroué) gegeben. Spannend ist vor allem die große Bandbreite der Zugänge zum Thema.
Eine theoretische Vertiefung der erwähnte Fragestellungen (Krise der Repräsentation, Einbruch der Wirklichkeit in den Bühnenraum) bieten die beiden in derselben Reihe erschienenen Bände „Reality strikes back Tage vor dem Bildersturm (Band 47) sowie „Reality strikes back  II Tod der Repräsentation (Band 70), beide herausgegeben von Kathrin Tiedemann und Frank Raddatz, mit Texten u.a. von Roland Barthes, Friedrich Kittler, Boris Groys, Klaus Theweleit. Beide Bände sind vergriffen, aber antiquarisch erhältlich.
Brian Barton
Das Dokumentartheater
Sammlung Metzler, Band 232. Stuttgart: J.B. Metzler 1987
In diesem vielzitierten „Klassiker geht es um einen eher literatur-geschichtlichen bzw. dramentheoretischen Zugang zu den „dokumentarischen Wellen im deutschsprachigen Theater 1924 bis 1929 und 1963 bis 1970 (), in denen bestimmte soziale und politische Fragen der Zeit als zu dringend, zu komplex oder zu überwältigend empfunden werden, um mit fiktiver Handlung und Figuren behandelt zu werden so der Autor in seiner Einführung. Barton nimmt eine Genrebestimmung vor, reflektiert über Probleme und Widersprüche (in Bezug auf Auswahl, Interpretation, Material sowie die dramatische Form und dramatische Figuren) und spannt dann einen großen Bogen von Vorläufern im Geschichtsdrama und naturalistischen Drama über Piscator/die Weimarer Republik bis zu Hochhut, Kipphardt und Weiss.
Spannend ist auch im historischen Zusammenhang das 1929 erschiene und 1963 sowie 1979 bei rororo in zwei Neubearbeitungen erschienene Buch von Erwin Piscator: „Das Politische Theater mit einem Artikel über „Das Dokumentarische Drama, in dem der Autor die Produktion „Trotz alledem reflektiert. Alle Ausgaben sind antiquarisch erhältlich.
Günther Heeg, Micha Braun, Lars Krüger, Helmut Schäfer
Reenacting History: Theater & Geschichte
(Recherchen 109)
Berlin: Theater der Zeit 2014
Das Thema „historische Reenactments scheint auf den ersten Blick eher randständig oder nur bedingt dem Dokumentarischen zuzuordnen zu sein. Gerade die enorme ästhetische Bandbreite dieses Formats, die im Buch vielschichtig dargestellt und theoretisch anspruchsvoll reflektiert wird, macht es aber für grundsätzliche Fragestellungen zum Thema „Theater und Geschichte interessant. Vom populärkulturellen Nachspielen historischer Schlachten in originalgetreuen Kostümen über politisch-historische Themen bis zu Reenactments bedeutender Kunstaktionen bleiben die zentralen Fragen: Was wird erinnert (wie konstruieren sich Erinnerungen)? Wovon soll erzählt werden? Und welche Formen der Inszenierung erscheinen für eine „Vergegenwärtigung des Vergangenen als „angemessen?
Susanne-Marie Wrage, Markus Lerch
Der Kick
DVD. Die Theater Edition 2007
Filmische Adaption des Theaterstücks über den im Sommer 2002 verübten Mord am 16-jährigen...

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