Bewahrerin der kulturellen Substanz des Fachs

Das Deutsche Archiv für Theaterpädagogik (DATP)

Seit zehn Jahren existiert das Deutsche Archiv für Theaterpädagogik (DATP) es ist das erste seiner Art nicht nur im deutschsprachigen Raum.

Das DATP sammelt Fundstücke aus der Geschichte der Theaterpädagogik in Schrift, Ton, Bild und Film von den unterschiedlichsten geografischen und historischen Fundorten. Schwerpunkt der Sammlungen bildet die Geschichte der Theaterpädagogik im Osten und Westen Deutschlands von 1945 bis in die Gegenwart.
Das DATP dient der Information, der Dokumentation und der Forschung zur Geschichte und Gegenwart der Theaterpädagogik. Es sichert als archivwürdig bewertete Dokumente und stellt sie für Forschung, Lehre, künstlerische Praxis und Öffentlichkeitsarbeit bereit. Dem Institut für Theaterpädagogik der Hochschule Osnabrück/Campus Lingen angegliedert, ist es fest in die Lehre im Studiengang Theaterpädagogik eingebunden. Mit den Beständen des DATP soll zugleich eine kulturelle Substanz des Faches von nationalem wie auch internationalem Rang bewahrt bleiben. Aktuell beherbergt das DATP auf rund 250 laufenden Metern 24 Sammlungen, weitere sind in Vorbereitung. Dazu gehören unter anderem Materialien von Eva Brandes, Dietlinde Gipser, Gerd Koch, Christel Hoffmann, Klaus Hoffmann, Hans Hoppe, Jakob Jenisch, Ulrich Kabitz, der Korbacher Laienspielwoche, Uwe Krieger, dem Lehrstückarchiv Hannover, Hellmut Liske, Hans-Wolfgang Nickel, Wilfried Noetzel, Willy Praml, Norbert Rademacher, Hans Martin Ritter, Ingo Scheller, Peter Steineke, Florian Vaßen, Kristin Wardetzky.
Eine umfangreiche Textheftsammlung mit Theaterstücken aus der Geschichte der Laienspielbewegung, die bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht, ergänzt den Bestand. Im Aufbau befindet sich momentan auch eine Sammlung zur Geschichte der Theaterpädagogik in der DDR. Immer handelt es sich hierbei um Dokumente, die nicht nur für die Fachgeschichte, sondern auch für die Kulturgeschichte generell von Bedeutung sind und sonst unwiederbringlich verloren wären. An das DATP knüpfen sich zugleich auch ein Forschungsprojekt und ein Doktorandenkolloquium, geleitet von Prof. Dr. Marianne Streisand. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DATP ist Bernd Oevermann.
Lebendig bleibt das Archiv in erster Linie durch seine curriculare Einbindung in den Studiengang Theaterpädagogik, wozu neben einem Modul zur Geschichte der Theaterpädagogik auch Formate wie regelmäßig stattfindende Erzählcafés gehören. In bisher 15 Veranstaltungen gewährten Sammlungsgeberinnen und -geber Einblicke in ihre Arbeitsbiografie, ihre spezifischen Theateransätze und diskutierten moderiert von Studierenden aktuelle Fragen des Fachs. Ausstellungen, Publikationen, Präsentationen sind ebenfalls Teil des Programms des DATP. Regelmäßige Auskunft über Fundorte und Fundstücke des DATP für Forschende gibt auch die Rubrik „Aus dem Archiv der Zeitschrift für Theaterpädagogik in ihren jeweiligen Heften.
Zum Service des DATP gehört natürlich die Möglichkeit, vor Ort persönlich zu recherchieren und zu arbeiten. Es existieren aber auch online Möglichkeiten zur Recherche in den Beständen des Archivs über die Online-Findbücher. Zudem hat das DATP das Online-Archiv der Zeitschrift für Theaterpädagogik auf seiner Homepage veröffentlicht. Inzwischen können die älteren Ausgaben von Heft 1/1985 bis zum Heft 68/2016 der Korrespondenzen als PDF herunter geladen werden. Neuerdings ist auch das von Gerd Koch und Marianne Streisand 2003 herausgegebene, zwei Mal nachgedruckte und inzwischen vergriffene Wörterbuch der Theaterpädagogik online gegangen. Beides geschah dankenswerterweise mit Zustimmung des Schibri-Verlags.
Hier die Online-Adressen des DATP:
Marianne Streisand

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